Hörverlust

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Hörverlust bezeichnet den Zustand, in dem Menschen bestimmte Frequenzen teilweise oder gar nicht hören können. Da ein Hörverlust sich in der Regel über einige Zeit entwickelt, verlaufen die Änderungen schleichend. Hörverlust ist meist ein natürlicher und altersbedingter Vorgang.

Das Ausmaß eines Hörverlusts wird nach der in Dezibel (dB) gemessenen Lautstärke eingestuft, die ein Geräusch haben muss, bevor es erfasst wird:

  • Leichter Hörverlust (27 bis 40 dB) - leise Töne sind nicht hörbar, Gesprochenes ist in einer lauten Umgebung schwer zu verstehen
  • Mittlerer Hörverlust (41 bis 55 dB) - leise und mäßig laute Geräusche sind nicht hörbar, es wird bei vorhandenen Hintergrundgeräuschen sehr schwer, Gesprochenes zu verstehen
  • Mittel- bis hochgradiger Hörverlust (56 bis 70 dB) – zwischen mittel- und hochgradig
  • Hochgradiger Hörverlust (71 bis 90 dB) – Gespräche müssen laut geführt werden, Gruppengespräche sind nur mit viel Mühe möglich
  • Resthörigkeit (90 dB oder mehr) – einige sehr laute Geräusche sind noch zu hören, aber Kommunikation ist nicht mehr möglich, selbst bei intensiver Anstrengung

Die Hörempfindlichkeit variiert je nach der Frequenz von Klängen. Um dies zu berücksichtigen, wird das Hörvermögen ist über einen Frequenzbereich gemessen und das Ergebnis in ein Audiogramm ausgegeben.

Innenohr bedingter Hörverlust
Die häufigste Ursache für Schwerhörigkeit ist sensorineural und betrifft das Innenohr. Verantwortlich ist üblicherweise der natürliche Alterungsprozess: Anhaltende Schädigungen der feinen Haarzellen im Innenohr können im Laufe der Zeit die Signalübertragung an die Hörnerven beinträchtigen. Auch Lärm, einige Medikamente oder Verletzungen wie Schädelfrakturen können die Haarzellen angreifen und sie beschädigen. Solche Schäden sind irreparabel und können nicht medizinisch behandelt werden. Ein Hörgerät kann diese Hörverlustart in den meisten Fällen korrigieren.

Schallleitungsschwerhörigkeit
Wachspfropfen oder Infektionen des Gehörgangs sind typische Probleme im Zusammenhang mit dem äußeren Ohr (Schallleitungsschwerhörigkeit). Zu den häufigen Problemen beim Mittelohr gehören Entzündungen, Flüssigkeit hinter dem Trommelfell, Perforation des Trommelfells oder Otosklerose (eine Verknöcherung der Mittelohrknochen). Die meisten Probleme mit dem Außen- und Mittelohr sind meist kurzfristiger Natur und können in der Regel medikamentös oder chirurgisch behandelt werden. Ein in der Folge allfällig daraus entstandener dauerhafter Hörverlust kann mit einem Hörgerät korrigiert werden.

Hörverlustarten

Audiogramm

Ein Audiogramm ist eine grafische Darstellung Ihres Hörvermögens. Während eines Hörtests wird Ihr Gehör bei verschiedenen Frequenzen geprüft. Das Ergebnis wird als eine typische Audiogrammkurve dargestellt.

Die Frequenzen: Die horizontale Achse am unteren Rand zeigt die unterschiedlichen Frequenzen. Die tiefen Frequenzen (z.B. das Brummen eines Motors) befinden sich ganz links, die hohen Töne (z.B. das Zwitschern eines Vogels) ganz rechts.

Die Lautstärke: Die vertikale Achse zeigt die Lautstärke der jeweiligen Frequenz, von leise (oben) bis laut (unten). Die Werte werden in Dezibel (dB) angegeben. Das gesunde Ohr eines jungen Menschen erfasst Töne bereits ab 0 dB und erreicht die Schmerzgrenze bei ca. 110 dB.

Hörvermögen nach Alter

Audiogramme können sich im Laufe der Zeit ändern. Normalerweise beginnt ein Hörverlust bei hohen Frequenzen (hohe Töne). Sehr häufig nimmt er mit dem Alter zu. Die Abbildung zeigt typische Audiogramme mit zunehmendem Alter.

Hörgeräte neuerer Generationen können individuell programmiert werden, um fortschreitenden Hörverlust zu kompensieren. Hochmoderne Modelle bieten sogar die Möglichkeit, ihre Leistungsfähigkeit und Funktionalität bei Bedarf hoch zu stufen.

Fortschreitender Hörverlust

Die menschliche Sprache besteht aus Vokalen und Konsonanten, die sich in Lautstärke und Frequenz unterscheiden. Auch diese können im Audiogramm festgehalten werden. Je nach Hörverlust können bestimmte Vokale und Konsonanten nicht mehr gehört werden. Dies führt zu einem unvollständigen Sprachverständnis: Eine Hörminderung wirkt sich häufig auf die Konsonanten P, K, F, H sowie alle T-, Sch-, S- und Z-Töne aus.

Das folgende Beispiel zeigt, wie ein einfacher Satz mit einem Hörverlust in unterschiedlicher Stärke verstanden wird:

Durch einen Hörverlust wird der Alltag zunehmend schwieriger. Ein Hörverlust kann oft zu Müdigkeit und Erschöpfung, Kopfschmerzen, Schwindel und einer erhöhten Stressanfälligkeit führen.

Da Hörverlust oft sehr schnell das Sprachverständnis einschränkt, können Gespräche mit Angehörigen, Sitzungen, Musikhören oder Fernsehen besonders schwierig werden. In vielen Fällen ziehen sich Menschen mit Hörverlust aus dem gesellschaftlichen Leben zurück und isolieren sich.

Studien haben nachgewiesen, dass Menschen mit Hörverlust, die keine Hörgeräte verwenden, häufiger unter Traurigkeit, Furcht und Angst leiden als Hörgeräteträger. Diese genießen eine auffallend verbesserte Lebensqualität, sobald sie ein Hörgerät verwenden. Sie unterhalten bessere familiäre Beziehungen, haben mehr Selbstvertrauen und fühlen sich unabhängiger und sicherer.

Probleme mit dem äußeren Ohr können in der Regel medizinisch oder chirurgisch behandelt werden. Die häufigste Art des Hörverlusts ist jedoch die Innenohrschwerhörigkeit. Sie kann nur mit Hörgeräten korrigiert werden.

Unser Fragebogen unterstützt Sie bei der Antwort auf die Frage, ob Sie ein Hörproblem haben. Im Allgemeinen empfehlen wir zur Ermittlung der richtigen Behandlungsmethode für einen Hörverlust folgendes Vorgehen:

Gehen Sie zu einem Hörgeräteakustiker und

  • schließen Sie Ursachen wie Wachspfropfen oder Infektionen aus
  • prüfen Sie Ihren individuellen Hörverlust
  • ermitteln Sie Ihren individuellen Bedarf

Bei den meisten Formen von Hörverlust sind Hörgeräte eine ausgezeichnete Lösung.

Unser Leitfaden zum Hörgerät und Ihr Hörgeräteakustiker werden Sie bei der Suche nach dem richtigen Modell unterstützen.

Der Weg zum Hörgerät

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